Poker Turnier Range Chart

Interaktive Handranges für Sit&Go & MTT

Situation
Position
Stackgröße
Tisch
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So liest du die Tabelle

Die 13×13 Matrix zeigt alle 169 möglichen Starthände im Texas Hold'em:

Farbbedeutung

Combos erklärt

Jede Hand hat eine bestimmte Anzahl möglicher Kartenkombinationen:

Insgesamt gibt es 1.326 Combos (169 unterschiedliche Hände). Wenn eine Range z.B. "15%" umfasst, spielst du etwa 199 von 1.326 Combos.

Positionen am Pokertisch

Die Position am Tisch bestimmt maßgeblich, welche Hände du spielen solltest. Je später du dran bist, desto mehr Informationen hast du – und desto breiter kannst du spielen.

DEALER UTG MP HJ CO BTN SB BB UTG(9max) UTG+1(9max) UTG+2(9max)

Warum Stackgröße wichtig ist

Im Turnier-Poker verändert sich deine Strategie dramatisch mit der Anzahl deiner Big Blinds:

Deep Stack (60+ BB)

Vollständiges Poker: Du kannst Preflop, Flop, Turn und River spielen. Spekulative Hände wie Suited Connectors (87s, 65s) und kleine Pairs gewinnen an Wert, weil du tief genug bist, um bei einem Treffer viel zu gewinnen (Implied Odds).

Comfortable (40–60 BB)

Standard-Turnierspiel. Postflop-Play ist möglich, aber 3-Bets werden kostspieliger. Spekulative Hände verlieren leicht an Wert.

Medium (25–40 BB)

Resteal- und Re-Shove-Bereich. Ein Raise + Call einer 3-Bet bindet oft schon 30–40% deines Stacks. Spekulative Hände fliegen raus, Focus auf High-Card-Stärke.

Short Stack (15–25 BB)

Open-Shove oder Raise-Fold wird Standard. Kaum Platz für Postflop-Play. Du willst einfache Entscheidungen: All-in oder Fold.

Push/Fold (unter 15 BB)

Kein Raise mehr – nur noch All-in oder Fold. Basiert auf mathematischen Nash-Equilibrium-Tabellen. Position und Stack bestimmen alles. Kein "Pokerspielen" mehr, sondern reine Mathematik.

Die wichtigsten Konzepte

Position & Positionsvorteil

Im Poker ist Information Macht. Wer als Letzter handelt, sieht zuerst, was alle anderen tun. Der Button (BTN) ist deshalb die profitabelste Position – du hast nach dem Flop immer den Positionsvorteil. Aus früher Position (UTG) musst du dagegen mit starken Händen spielen, weil noch viele Spieler nach dir handeln können.

Tight vs. Loose

Tight = wenige Hände spielen (nur starke). Loose = viele Hände spielen (auch schwächere). Im Turnier startest du tight aus früher Position und wirst in später Position looser. Dein Ziel: die richtige Balance zwischen zu tight (du verlierst langsam durch Blinds) und zu loose (du verlierst durch schwache Hände).

Range-Denken

Gute Spieler denken nicht in einzelnen Händen ("Er hat bestimmt Asse!"), sondern in Ranges – also in Gruppen von Händen, die ein Spieler in einer bestimmten Situation spielen würde. Wenn jemand aus UTG raist, ist seine Range eng (vielleicht 12% aller Hände). Wenn jemand vom Button raist, ist seine Range breit (vielleicht 40%). Dieses Range-Denken hilft dir, bessere Entscheidungen zu treffen.

Pot Odds – Faustregel

Wenn du auf einen Draw wartest (z.B. Flush-Draw mit 9 Outs):

Vergleiche diese Zahl mit den Pot Odds: Wenn du 100 in einen Pot von 400 callen musst, brauchst du 100/500 = 20% Equity. Mit 18% am Turn knapp zu wenig – aber wenn du Implied Odds einrechnest (was du noch gewinnen kannst), oft ein Call.

ICM – Independent Chip Model

Im Turnier sind Chips nicht linear wertvoll. Dein letzter Chip ist mehr wert als dein erster zusätzlicher Chip. Das bedeutet: Überleben ist wichtiger als Chips anhäufen. Besonders an der Bubble (kurz vor den Geldplätzen) solltest du engere Ranges spielen, es sei denn du hast einen großen Stack und kannst Druck machen.

3-Bet als Bluff (Blocker-Konzept)

Eine 3-Bet muss nicht immer eine Premium-Hand sein. Hände wie A5s, A4s sind gute 3-Bet Bluffs, weil sie ein Ass "blocken" – wenn du ein Ass hast, ist es weniger wahrscheinlich, dass dein Gegner AA oder AK hat. Außerdem haben sie Suited-Backdoor-Potenzial, falls gecallt wird. Die Mischung aus Value-3-Bets (AA, KK) und Bluff-3-Bets macht deine Range schwer lesbar.

Glossar